Grundsätzlich fängt der Alltag im
sonnigen San Francisco nicht anders an als der von unseren Schweizer Kameraden,
die wir im grauen Zürich zurückgelassen haben.
Um ungefähr sechs Uhr wird man
unsanft vom Piepen des Weckers aus seinen Träumen gerissen und schleppt sich
mühsam ins Badezimmer. Irgendwann sitzt man dann in einer typisch
amerikanischen Schulbank und wartet bis der Unterricht (endlich) beginnt.
Im Grossen und Ganzen
unterscheiden sich die bevorstehenden Stunden nicht gross von denen in der
Schweiz, was mir allerdings auffällt ist die lockere Atmosphäre im
Klassenzimmer. Das Verhältnis zum Lehrer wirkt freundschaftlicher und allgemein
sind die Stunden nicht allzu formell gestaltet, beispielsweise trägt mein
Psychologielehrer jeden Tag einen anderen Hut, welcher alles andere als normal
ist. Zudem ist sein ganzes Schulzimmer mit Hello-Kitty Figuren oder Bildern
dekoriert, ein weiteres Beispiel liefert mir meine Lehrerin für Shakespeare,
die nicht lange um den heissen Brei redet, sondern die Sachen beim Namen nennt und
kein Tabu in ihrer Wortwahl zu entschuldigen weiss. Diese Lockerheit scheint
die Arbeitshaltung nicht negativ zu beeinflussen, im Gegenteil, die Schüler
wirken auf mich meist motivierter und lernwilliger als in so manchen anderen
Schulen. Sie erledigen pflichtbewusst ihre Hausaufgaben und nehmen ohne zu
zögern Zusatzaufgaben auf sich, die natürlich benotet werden.
Es sind diese Momente, die einem
die doch teils grossen Kulturunterschiede vor Augen führen und einem die
amerikanische Mentalität spüren lassen, es sind Momente in denen man zu
vergleichen beginnt und sich fragt, ob das eine besser als das andere ist oder
wie es wäre wenn es in der Heimat auch so aussähe?
Liebi Grüssli usem windig-wunderbare
SFO
(NB)
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